TaTtoS HAvE tO bE mEAninGfUl

Mein linker Oberarm besteht ziemlich flächendeckend aus einem Wolf. Mag ich Wölfe? Eventuell! Darunter befindet sich Teil zwei meines Sleeves-ein Rabe. Find ich Raben super? Keine Ahnung! Erstaunt blinzelt mich das Augenpaar meines Gegenübers (in Fällen dererlei Konversationen, meist untätowiert) an.

„Ja, wie, der hat jetzt keine besondere Bedeutung oder so?“. Beinahe bereue ich meine Aussage und stehe kurz davor, ein herzzereißendes Kindheitserlebnis mit Gundula, der Krähe aus dem Nachbarsgarten zu erfinden, reiße mich dann jedoch am Riemen der Ehrlichkeit.

„Nein. Ich hatte einfach Bock drauf.“,sage ich. Fest, ruhig, bemüht, jede Genervtheit aus meiner Stimme zu verbannen. Tattookonzept wie folgt: nordisches Mythologie-Gedöns. Ich zum Tätowierer. Einziger mit Zeigefinger nach oben betonter Wunsch: MIT WOLF, DA,OKI!! Tattoomaus: Kein Stress, guck ma- Raben sind schön, Odin hatte ja auch n paar davon, hab ich sau Lust drauf, wat meinste? Ich lag schon. Bin dann gleich 8h liegen geblieben, war bis zum Ellenbogen – sogar unter der Achsel,ija!-komplett zugehackt und der glücklichste Mensch der Welt. Easy.

Ich kenne gefühlt 2929212020 Menschen, die sich ebensoviele Gedanken darüber machen, was sie sich stechen lassen möchten. Infinity-Schleifchen, römische Jahreszahlen mit den Geburts-und Sterbedaten des ersten Goldhamsters, die Inizialen von Omma, kunstvoll geschnörkselt oder früher in asiatischen Schriftzügen quer über die Wirbelsäule. (GAAAAH. Nein, still, Franzi. Das war cool. Es war cool.. Du hattest selber mit 14 solche Klebetattoos aus der Bravo überm Nacken. Und ein Papp-Arschgeweih. Fuck, das war so coohoooool!!) Es gibt nichts, was es nicht gibt. Nichts, was jedem gefällt, kein Tattoo, das jeder komplett scheiße findet.

Und genau das ist für mich der Zauber am Tätowieren. DU bestimmst, was für immer auf deiner Haut prangen soll. Weil man’s eben grade fühlt, dieses Stencil. Für den einen bedeutet es das Verarbeiten von Krisen, der andere hat grade beschlossen,Mami zu schock-überraschen, wieder andere sind einfach rotzevoll und hauen sich ’ne übertrieben gute Nacht unter die Haut. ( NICHT nachmachen, Kinder, Alkohol ist böse, Blutgerinnung was tolles und saubere Lines erst reheeeecht). Tattoos bieten uns die Möglichkeit, wir zu sein, in der künstlerischen Art, die jeder von uns als für sich richtig und schön empfindet. Das ist der Shit about Tattoos. Nicht der zwanghafte Grund, einer Tätowierung eine Bedeutung an zu haften. Sie ist und bleibt letztenendes ein Kunstwerk. Was ihr draus macht, is‘ euer Bier, Kinners!

 

P.S.: Ich hab mir ein Jahr überlegt, was mein erstes Tattoo wird. Hab sogar die Schrift selber gebastelt. Heule jetzt immer noch, wenn ich’s lese. So deep. Ernsthaft. Bin froh, dass es auf meinem Rücken steht. :—-)

 

Quelle Bild : https://www.google.de/search?q=tattoos+have+to+be+meaningful&client=firefox-b-ab&dcr=0&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=rDOyWwdoT_VX9M%253A%252C6sBxFs02Vb0CXM%252C_&usg=__kBvedq8nyigvfcqj5bGFLihaDsE%3D&sa=X&ved=0ahUKEwjpocmGot_ZAhUHVxQKHXpZBFsQ9QEINzAB#imgrc=rDOyWwdoT_VX9M:

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