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Hipster bis Hottie – 9 Typen Bandboys and how to deal with them

Die Franzi hat nun schon in aller Ausführlichkeit erklärt, was an den Ba(n)dboys eigentlich so super ist – oder halt auch nicht. Ich habe jetzt die Ehre, weiter ins Details zu gehen und euch eine Auswahl der Typen näher zu bringen, denen ich selber schon begegnen durfte (oder davon geträumt habe). Inklusive bewährter Insidertipps zum adäquaten Umgang mit eben jenen.

Dann legen wir mal los.

1. Der Unerreichbare

Jeder hat seine unerreichbaren Rockstar-Crushes. Das sind die, die auf den ganz großen Bühnen stehen, die fancy Indie- Magazinen Interviews geben und subtil auf Instagram Werbung droppen, für Sponsoren, von denen sie von oben bis unten eingekleidet werden. Meistens sind es die Sänger oder Gitarristen der ersten heiß geliebten Emo-Band aus der eigenen frühen Jugend, die mit dem Alter irgendwie nur noch heißer geworden sind. Jeder, egal ob man die Mukke mag oder nicht, hat schon mal etwas von ihnen gehört. Früher oder später versuchen sie sich garantiert am Schauspielern und haben eine riesen Villa in Hollywood. Wir werden sie nie erreichen Mädels, egal, wie oft wir sie auf Instagram anhimmeln oder Fanbriefe schreiben (macht man das noch, Briefe schreiben? Ok, ich korrigiere mich: denen man auf Instagram „dm’t“.). Trotzdem: träumen ist erlaubt. Wer wünscht sich schon nicht an die Seite von Jared Leto??!

2. Der Uneinschätzbare

Wenn man sich damit abgefunden hat, sein Glück eher bei den kleineren Bands zu suchen, fällt es schon viel leichter, die Mitglieder jener Musikgruppe tatsächlich kennenzulernen. Da hat man entweder Glück und gerät an einen Bro (Beschreibung folgt) oder den Bandpapa (auch hier – Beschreibung folgt). Wenn man kein Glück hat, gerät man an einen Uneinschätzbaren. Was der in der Band für eine Rolle hat, außer sein Instrument (mehr oder weniger gut) zu spielen, weiß irgendwie keiner so richtig. Er lächelt unnahbar auf den Bildern, die man macht, gibt dir schweigend sein Autogramm aufs geklaute Poster und ebenso wortlos den Edding zurück, er spricht nicht mal mit seinen Bandkollegen wirklich viel. Man wird einfach nicht schlau aus ihm. Keine Ahnung wie man ihn einschätzen soll. Erkennt er mich überhaupt wieder nachdem ich auf dem drölfzigsten Konzert war? Alle anderen in der Band grüßen mich doch schon?! AAARGH. Hier hilft nur Geduld. Irgendwann zeigt auch der unnahbarste Uneinschätzbare Stück für Stück sein Gesicht und man stellt fest, dass er eigentlich ’ne ganz coole Sau ist. Man darf sich nicht aufdrängeln – immer freundlich
„Hallo“ sagen und wieder abzischen, wenn man merkt, dass er kein Interesse hat ein Gespräch zu führen (hat er nie). Der Uneinschätzbare braucht Zeit. Er kann dich auch nicht kategorisieren. Bevor er irgendwas von sich preisgibt, muss er wissen in welche Kategorie DU gehörst: Kreischweib (Huh-Girl), Hoe oder irgendwas dazwischen.

3. Der Hipster

An ihm kann man sofort erkennen, was gerade in ist. Meistens trifft man ihn an in T-Shirts, die eher Kleidern ähneln, je länger der Fetzen, desto größer ist selbstredend der Coolheits- Faktor. Der wird übrigens errechnet, indem man die Oberteil-Länge mit der Quersumme aus Anzahl und Größe der Löcher in den Jeans multipliziert, das Produkt in Relation zur Länge/Kürze des Long-/Pennyboards setzt und am Ende die Fülle des Manbuns abzieht. Simple as that. Setzte noch einen abgespaceten Hut oben drauf und schon hast du den perfekten Hipster. Meistens ganz liebe Kerle, aber eben abgespaced. Muss man mögen.

4. Das Genie

Die Musik ist nicht sein Hobby- es ist seine Berufung. Anders als die anderen hier auf geführten Typen ist diese ganze Bandsache für ihn nicht nur ein netter, altersgerechter Hobby-ähnlicher Zeitvertreib. Das Genie IST die Band, oder zumindest zu 90 Prozent dafür verantwortlich, was wir auf den Bühnen sehen. Er ist der, der eigentlich Rock-Musiker durch und durch ist, bei dem du trotzdem Pippi in den Augen hast, wenn er spontan Rihanna covert. Alkohol, Zigaretten und Kaffee stellen seine Nährstoff-technische Dreieinigkeit dar. Mei, irgendwie muss man er den kreativen Geist ja am laufen halten, die anderen kannste ja vergessen, die sind lieber shoppen, drehen Zauberwürfel oder vertreiben sich die Zeit bis zum Gig mit dem Aktualisieren des Tinder-Radars.

Fakt ist- steigt das Genie aus, ist es bis zum gesamten Ende der Band nicht weit. Meist ist er der Lead-Sänger, spielt die Lead-Gitarre, oder beides. Das Klavier beherrscht er oftmals auch noch irgendwo her.

Er enthält in vielen Fällen auch Charakterzüge des Hipsters (beispielsweise ’ne ausgefallene Bartvariation), des Spaßvogels und des Bros (folgen), fängt aber auch gerne mal Stress mit jedem an, einfach weil es ihm taugt, er sich abreagieren muss oder besagte Person ihn einfach nur abfuckt. Keinesfalls verhält er sich jedoch im Bezug auf Frauen wie das dumme Arschloch (siehe 9.), ebenso wenig hat er den Applaus der Welt nötig. Zur Not stellt er sich alleine auf die Bühne als in schlechter (musikalischer) Begleitung unterwegs zu sein.

Er weiß, dass er tut, was er kann. Und ER kann’s halt wirklich.

5. Der Bro

Bei ihm ist relativ schnell klar, woran man ist: ein knorker Typ, der zur Not auch besoffen noch zuhören kann (oder gerade dann, je nach Charakter) und nie um einen weisen Spruch verlegen ist, wenn nötig. Wenn du an der Location auftauchst, umarmt er dich und fragt mit ehrlichem Interesse, wie’s dir geht, wie es deiner Schwester geht, ob deine Oma wieder aus dem Krankenhaus entlassen ist und ob die Nudeln geschmeckt haben die du am Tag davor gesnapchattet hast. Und das, weil er vom letzten Konzert noch weiß über was ihr gequatscht habt. Im gleichen Maße ist er im Bilde darüber, dass er von dir ein wahrheitsgetreues Statement erwarten kann und fragt schon mal nach dem Konzert, wie du es denn so fandest. Komplimente sind natürlich immer super, aber wenn der Ton scheiße gemischt war oder die Performance gehakt hat, dann will er das auch so hören. Er kann das ab. Denn wenn er nach der ehrlichen Meinung fragt, kriegt er sie. Vielleicht tut er so, als sei er beleidigt wenn das Feedback nich so geil war, aber das darf man nicht besonders ernst nehmen – Bros necken schließlich die kleinen Schwestern immer. Fest steht, mit ihm quatschst du auch, wenn du ihn aus Zufall in der Fußgängerzone beim Klopapier kaufen triffst. Die Bros sind welche von den guten. Das sind die, auf die du dich freust wenn du zum Konzert gehst.

6. Der Bandpapa

Hach ja, was wären die Bands dieser Welt ohne den Bandpapa, die gute Seele jeder Musikgruppe. Er passt auf, dass alle pünktlich zum Ausrücken da sind. Er fährt meistens den Bus. Er kümmert sich darum, dass ein- und ausgeladen wird und ist dabei nicht selten der einzige, der bei Regen und Sturm stetig von der Bühne zum Bus und wieder zurück läuft, um Instrumente, Backline und am besten noch die Koffer der rotzbetrunkenen Bandkollegen einzuladen. Er schaut danach, dass selbige sternhagelvolle Bandkollegen am nächsten Tag beizeiten aufstehen, um noch duschen und frühstücken zu können, bevor es weiter zum nächsten Gig geht. Mit väterlicher Geduld, Fürsorge und einem gewissen Pragmatismus kümmern sie sich um die orientierungslosen Jünglinge, die mit ihm unterwegs sind. Natürlich darf auch der eine oder andere Dad- Joke nicht fehlen. Und ja, manchmal gibt es auch Arschtritte. Viel zu selten hören sie ein Danke dafür, dass sie die Band am laufen halten. Auch wenn sie oftmals nicht viel sagen-wenn sie den Mund aufmachen, kommt Weisheit raus (oder eben Dad-Jokes. Nun ja.). Die Bandpapas gehören auch zu den guten. Die muss man mögen. Sie sind die, bei denen man sich sofort vorstellen kann, wie sie privat mit Frau und Kind und Gartenzwerg im Vorgarten des Eigenheims UND Hund glücklich sind und sich um die alle noch liebevoller kümmern als um die anderen Vögel von Bandmitgliedern

7. Der Spaßvogel

Auch er ist essentiell wichtig fürs Erscheinungsbild der Truppe. Immer gut drauf, einen flotten Spruch auf den Lippen, und einfach nur so entwaffnend witzig dass auch der beschissenste Tag plötzlich 0,34 Stufen sunny-funnier wird. Mit ebenjenem entwaffnenden Humor untergräbt er oft die Autorität des Bandpapas, ist sich aber wohl bewusst, dass er ohne die Vaterfigur keine Ahnung hätte in welcher Stadt er ist oder wo’s zum richtigen Klo geht. Meistens hat er irgendwelche Zaubertricks auf Lager, mit denen er die gesamte Belegschaft amüsiert. Wenn selbst er genervt ist, ist irgendwas gewaltig schief gelaufen, aber selbst aus einer Scheißsituation kann er noch etwas gutes gewinnen. Sich an den Spaßvogel zu halten, garantiert einem jede Menge der Euphorie. Definitiv einer von den guten, sogar (oder besonders) dann, wenn der Alkoholspiegel steigt und die Witze versauter werden.

8. Der Hottie

Noch so ein Klassiker: er ist derjenige, der von allen kleinen Mädels vor der Bühne angehimmelt wird und er eigentlich nicht so wirklich weiß warum. Er ist oft auch noch echt fast genauso jung und unschuldig, deshalb checkt er nicht, wie heiß er eigentlich ist. Das ist ein Phänomen, was meistens bei Nachwuchsbands auftritt, wurde aber auch schon bei alten Hasen im Business gesehen. Die haben meistens ’ne total putzige Freundin und sind mit der ziemlich glücklich. Er mag eine Sahneschnitte sein, aber bitte sag ihm das nicht. Er soll weiter der liebe unschuldige, unbehelligte Knuffi bleiben der er ist, denn..!

9. Das dumme Arschloch

Wir hatten es gerade vom Hottie – er weiß nicht, dass er gut aussieht. Was passiert, wenn er es herausfindet, lege ich nun dar.

Das dumme Arschloch. Ach ja. Man liebt ihn, man hasst ihn aber mindestens genauso sehr. Anfangs ist eigentlich alles gut und er kommt rüber wie ein Bro mit einer Prise vom Spaßvogel, quatscht normal mit dir, interessiert sich, fasst dir an den Arm, hat diesen Blick, wenn du erzählst dass es gerade nicht so läuft. Soweit,so gut.

Sollte der Herr allerdings irgendwann herausfinden, dass du Brüste hast, geht ihm alles durch. Er schreibt dir, wenn es (z.b. mit seiner Freundin) gerade nicht so läuft (im Schnitt alle 2-3 Wochen). Meistens mitten in der Nacht und/oder im betrunkenen Zustand. Da er inzwischen rausgefunden hat, dass du keine Beißzange oder einen Penis zwischen deinen Beinen hast, sagt er dir gleich auch noch, wie sexy er dich findet und dass seine Freundin da ja eigentlich nicht mithalten kann.

NICHT. ANTWORTEN.

Ich weiß, du fühlst dich geschmeichelt, wer würde das nicht. Aber ich wiederhole:

NICHT. ANTWORTEN.

Er schreibt nur wenn er irgendwas braucht. Meistens ist es sein Bedürfnis nach schneller Befriedigung, was ihn treibt. Aus dem anfänglichen Interesse (wenn er aus Höflichkeit noch Smalltalk betreibt, hast du Glück) wird schnell reines Interesse an deinen Boobs, die er aus jedem erdenklichen Winkel fotografiert und möglichst schön ausgeleuchtet auf seinen Handy im Whatsapp -Verlauf aufleuchten sehen möchte. Je besoffener er ist, desto mehr ähneln die Nachrichten dem Schema „Bin voll und geil, schick mal Bilder“.

NICHT. ANTWORTEN.

Denn wenn du antwortest und entrüstet Nein sagst (Wenn schon dann tu deinem Stolz was gutes und sag tatsächlich nein) fängt er an zu fragen, warum denn nicht, Bilder machen tut doch nicht weh, bist du denn wirklich so prüde geworden? Ganz schnell bist du plötzlich die böse, die dem armen, armen Jungen nicht geben will, was er verlangt. Klassisches Motiv sexueller Belästigung: Opfer wird in die Täterrolle gedrängelt. Fang gar nicht erst an dich zu rechtfertigen, es nützt sowieso nichts. Jetzt nicht einknicken. Er benutzt dich. Solltest du nachgeben, bleibt es nicht bei einem Bild, als nächstes hast du seinen Dödel in eurem Chatverlauf rumgeistern und spätestens dann wird dir bewusst, dass du einen Fehler gemacht hast und er sich jetzt auf deine Tittenbilder schön einen runterholt. Schöööööön.

Wenn er hat, was er wollte schreibt er nicht mehr. Bis er es wieder nötig hat. Bevor ihr euch auf dem nächsten Konzert seht teilt er dir ganz unverbindlich mit, dass er sich auf dich freut und auf der verranzten Couch im BACK-Backstage ordentlich durchnehmen will.

Glaub ihm nicht.

Er spuckt in 90% der Fälle nur große Töne. Sobald im nach dem Gig wieder mal die Hose eng wird, geht das lustige Sexting-Spielchen wieder von vorne los . Als hätte er nicht die Zeit gehabt, deine wunderschönen Brüste live zu bewundern, hätte er dies wirklich gewollt. Die Sache ist, sein wahres Gesicht ist ein Geheimnis, das er in den tiefsten Abgründen seiner Seele vor allen anderen ( vorzugsweise Fans) versteckt. Und das muss ja so bleiben, verkauft sich so scheiße.

Deswegen wird er weiter schreiben wenn er horny ist und sonst nicht. Wenn du irgendwann nach längerer Funkstille doch an dem Punkt angelangt bist, wo du denkst man kann vernünftig mit ihm reden, haut er wieder was raus, wo du anfängst deinen Kopf ungläubig zu schütteln und einfach nicht wieder damit aufhören kannst.

Getriggert wird er in diesen Situationen von den willkürlichsten Dingen: ein Bild auf Instagram oder Snapchat, ein neues Profilbild auf Whatsapp (JA, das Arschloch checkt sehr wohl regelmäßig alle deine Profile und stalkt sogar wann du online bist!) Oder ein Post auf Facebook. Wenn du auf dem Bild auch noch halbwegs gut aussiehst (let’s be real – das tust du) oder einer Tätigkeit nachgehst, die ihn antörnt (Sport beispielsweise, da dich das ja noch heißer macht) brauchst du eigentlich nur noch Wetten abschließen, wie lange er nach der „Gesehen“ Meldung braucht, um dich mit einem subtilen „Heeeey“ anzuschreiben.

Jetzt wichtiger denn je: NICHT. ANTWORTEN.

Schatzi, ich weiß das ist schwer, denn keine würde ihn ohne weiteres von der Bettkante schubsen. Er ist heiß – aber nicht heiß genug für das Drama was du dir mit ihm einhandelst. Nein, du kannst ihn nicht retten. Das haben schon so viele vor dir versucht. Er trinkt zu viel, raucht zu viel, schläft zu wenig – sein Problem. Irgendwo tief in ihm drin schlummert vielleicht immer noch der unschuldige Hottie, aber den auszugraben,DAS muss ein professioneller Therapeut übernehmen und im Leben nicht du. Er ist definitiv keiner von den guten. Keiner seiner armen vorherigen Freundinnen, die ihn retten wollten, war er treu. Es gibt schließlich, sofern du offiziell Rockstar bist, immer irgendeine junge dumme, die dir Titten schickt. Sei nicht die junge Dumme. Und sei nicht die naive Alte, mit der er seine eigentliche, noch naivere Alte verarscht. Das sind alle heißen Sixpacks der Welt nicht wert.

Nun, da ich mich sage und schreibe so lang über das dumme Arschloch ausgelassen habe wie über alle 8 anderen Bandtypen vorher zusammen, soll es das gewesen sein. Auf dass ihr viele Bros, Papas und Spaßvögel treffen möget und die Alarmglocken (höhöhö-pun intended) bei den dummen Arschlöchern prompt, laut und heftig läuten mögen.

Nicht vergessen: ihr seid die Fanbase, ohne die eure Lieblingsbands nichts wäre. Seid euch dessen bewusst und stolz drauf. Denn, Menschen sind zwar scheiße, aber zumindest die Musik und einige von denen, die sie machen (NICHT DAS DUMME ARSCHLOCH), geben mir tatsächlich Hoffnung.

 

 

Headerbild by Time Passed By Photography ;

 

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